Zinnfolienkeramik

Museum Murtal, Judenburg

Die Zinnfolienkeramik wurde bei den Ausgrabungen in zahlreichen Scherben vorgefunden. Es handelt sich um Scherben sogenannter Kegelhalsgefäße. Das ist eine typische Gefäßform, die aus Siedlungen und Gräbern bekannt ist und vielen Zwecken gedient haben kann, etwa zum Kochen oder zum Anmischen und Lagern von Getränken. In Gräbern ist die Verwendung als Urne ebenfalls nicht unüblich. Da es sich bei der Zinnfolienkeramik um ein Objekt eines Ensembles mit Henkeltassen handelt, ist die ursprüngliche Verwendung als Trinkgeschirrsatz die wahrscheinlichste. Vermutlich wurde die Keramik händisch hergestellt und man geht davon aus, dass sie in einer Grube – und damit ohne Ofen – gebrannt wurde. Datiert wird die Zinnfolienkeramik in das letzte Viertel des 7. Jahrhunderts v. Chr.

Die Verzierung von Keramikgefäßen mit Zinnfolie ist im europäischen Raum im prähistorischen Kontext äußerst selten. Verstärkt traten sie in der Eisenzeit und im Mittelalter auf.

Die Zinnfolienkeramik wurde im Rahmen einer vom Arbeitskreis Falkenberg (AKF) beauftragten Forschungsgrabung (16.04.–08.06.2012) gefunden. Die Grabungen erfolgten auf dem Grundstück von Josef Steiner in Strettweg.